Als Gentechnik bezeichnet man Methoden und Verfahren der Biotechnologie, das gezielte Eingriffe in das Erbgut und damit in die biochemischen Steuerungsvorgänge von Lebewesen bzw. viraler Genome ermöglicht. Der Begriff Gentechnik umfasst die Veränderung und Neuzusammensetzung von DNA-Sequenzen im Reagenzglas oder in lebenden Organismen.

Bei Gentechnik unterscheidet man unterschiedliche Bereiche der Veränderung:

  • Grüne Gentechnik – Agrogentechnik – Anwendung bei Pflanzen
  • Rote Gentechnik – Anwendung in der Medizin und Pharmazeutik
  • Weiße Gentechnik – Anwendung in der Industrie
  • Graue Gentechnik – Anwendungen speziell in der Abfallwirtschaft
  • Blaue Gentechnik – Anwendungen auf Lebewesen des Meeres, insbesondere Tiefseebakterien

Nutzung in der Landwirtschaft:

Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen haben seit ihrer Erstzulassung im Jahr 1996 weltweit an Bedeutung gewonnen und wurden 2015 in 28 Ländern auf 179 Millionen Hektar angebaut (knapp 12% der globalen Landwirtschaftsfläche). Dabei handelt es sich insbesondere um Pflanzen, die aufgrund von gentechnischen Veränderungen tolerant gegenüber Pflanzenschutzmitteln oder giftig für bestimmte Schadinsekten sind. Durch den Einsatz haben sich für Landwirte, insbesondere in Entwicklungsländern, trotz höherer Ausgaben für Saatgut teilweise Ertrags-, Einkommens- und Gesundheitsvorteile oder Arbeitserleichterungen sowie geringere Umweltbelastungen ergeben.

Vorgehen in der Landwirtschaft:
Der Begriff „Grüne Gentechnik“ bezeichnet Verfahren in der Pflanzenzüchtung, mit denen das Erbgut von Pflanzen so verändert wird, wie es auf natürliche Weise durch Kreuzen und/oder natürliche Rekombination nicht vorkommt. Gegenwärtig werden weltweit überwiegend gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut, die resistent gegen Insekten oder tolerant gegenüber bestimmten Herbiziden sind. Weitere Züchtungsziele sind die Erhöhung des Ertragspotentials, eine bessere Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten, Hitze, Trockenheit, Kälte oder Überschwemmungen, die Verbesserung der Produktqualität z.B. bei den Vitaminen oder Fettsäuren sowie die Entwicklung von Pflanzen, die sich besser zur Erzeugung von industriellen Rohstoffen eignen oder die bei der Herstellung von Medikamenten verwendet werden können.

Risiken der Gentechnik für den Menschen:

  • Es fehlen auch 20 Jahre nach Einführung der Gentechnik Langzeituntersuchungen die belegen, wie veränderte Pflanzen sich auf die menschliche Gesundheit auswirken.
  • Studien bei Tieren ergaben mögliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit.
  • Auch birgt es z.B. die Gefahr, dass infolge der Genübertragung Allergene in Lebensmitteln auftreten, in denen sie zuvor nicht enthalten waren.
  • In gentechnisch veränderte Nutzpflanzen werden aus technischen Gründen immer noch Gene mit Antibiotikaresistenz eingebaut, was in Zukunft dafür sorgen könnte, dass Antibiotikatherapien beim Menschen wirkungslos werden könnten.

Risiken der Gentechnik für die Umwelt:

  • Werden gentechnisch veränderte Pflanzen und Organismen in die Umwelt gebracht, ist dieser Prozess nicht mehr umkehrbar
  • Genpflanzen sind in der Lage ihre Erbanlagen auf andere Pflanzen zu übertragen – mit unklaren Folgen für das Ökosystem
  • Resistente Schädlinge und Superunkräuter richten enormen Schaden in der Umwelt an und sind ein riesiges Problem für die Landwirtschaft

Kennzeichnung von Genfood:

Wer gentechnisch veränderte Lebensmittel erkennen will, muss genau hinschauen: Die Kennzeichnung ist kleingedruckt in der Zutatenliste zu finden und lautet zum Beispiel aus genetisch veränderter Soja hergestellt oder enthält genetisch veränderten Mais.

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