In den USA gibt es kaum noch Lebensmittel die frei von Gentechnik sind. Diese Entwicklung wird auch an der Ackerfläche sichtbar, die die USA zum Anbau von gentechnisch veränderten Lebensmitteln nutzt. Die USA stellt nämlich weltweit die größte Ackerfläche für diesen Anbau.

Zum ersten Mal wurden gentechnisch veränderte Pflanzen im Jahr 1996 auf ca. 400000 Hektar angebaut. Heute umfasst die gesamte Ackerfläche der USA rund 130 Millionen Hektar, davon rund 67 Millionen für gentechnisch veränderte Pflanzen. Zum Vergleich: die Fläche von Frankreich beträgt rund 55 Millionen Hektar. Wie auch auf globaler Ebene ist dies vor allem auf wenige Pflanzenarten mit außerordentlich hohen Flächenanteilen zurückzuführen: in den USA sind dies Soja, Mais und Baumwolle.
Der Gentechnik-Anteil an der Gesamtanbaufläche:

  • Mais 88 Prozent
  • Soja 94 Prozent
  • Baumwolle 90 Prozent
  • Zuckerrüben 95 Prozent

Im November 1996 wurden dann auch die ersten gentechnisch veränderten Pflanzen nach Deutschland importiert. Diese 65000 Tonnen gentechnisch veränderte Sojabonnen wurden mit dem Frachter „Ideal Progress“ nach Deutschland gebracht und gleich von einem Greenpeace Schlauchboot empfangen, das „Keine Gentech-Soja in unseren Lebensmitteln“ auf die Bordwand des Frachters projizierte. Die Ladung des Frachters war bestimmt für die Hamburger Ölmühle, in der die Sojabohnen zu Futtermitteln, Öl und Lebensmittelzutaten weiterverarbeitet werden sollten.

Obwohl das patentierte Saatgut teurer ist, bringt der Einsatz gentechnisch veränderter Sorten den amerikanischen Farmern spürbare ökonomische Vorteile. So ermöglichen herbizidresistente Sorten eine wirksame Unkrautbekämpfung, die weniger Zeit und Maschineneinsatz benötigt. Bei Mais und Baumwolle können die Landwirte ihre Kosten für die Schädlingsbekämpfung reduzieren, wenn sie Sorten mit einer gentechnisch übertragenen Resistenz gegen Fraßinsekten verwenden.

Nicht nur die wirtschaftlichen Vorteile für die Landwirte, auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen haben die rasche Ausdehnung der Grünen Gentechnik in den Vereinigten Staaten gefördert. Zwar müssen gentechnisch veränderte Pflanzen auch in den USA ein Zulassungsverfahren durchlaufen, bevor sie angebaut und ihre Ernteprodukte als Lebensmittel auf den Markt gebracht werden dürfen. Doch anders als die EU wählten die USA dabei einen eher pragmatischen Weg. Der Kern: Ist nach dem derzeitigen Stand des Wissens ein gentechnisch verändertes Produkt als genau so sicher einzuschätzen wie ein vergleichbares herkömmliches Produkt, dann sind beide rechtlich gleichgestellt. Besondere Vorschriften, die sich aus der Anwendung der Gentechnik ableiten, gibt es nicht. Alle Ernteprodukte – ganz gleich, ob sie von gentechnisch veränderten Pflanzen stammen oder nicht – durchlaufen die gleichen Transport- und Verarbeitungsketten.  

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