„Schwarzer Donnerstag“ oder auch englisch „Black Thursday“ ist eine weit verbreitete Bezeichnung für den 24. Oktober 1929 und dem damit verbundenen folgenreichsten Börsencrash der Geschichte.
Bereits in den Vorwochen konnte ein deutlicher Rückgang des zuvor jahrelang stark gestiegenen Down-Jonex-Index beobachtet werden. Am „Schwarzen Donnerstag“ kam es dann schließlich zu Panik unter den Anlegern, woraufhin der Börsenkurs stark einbrach. Viele Anleger gingen an dem Tag hochverschuldet aus dem Börsenschluss heraus.

Der Crash zog sich über Tage. Am Schwarzen Dienstag versuchten dann schließlich alle Investoren gleichzeitig ihre Aktien zu verkaufen. Dieser Börsencrash gilt als Auslöser der Great Depression in den USA und der Weltwirtschaftskrise.

Die Kurse fielen noch weitere drei Wochen. Erst am 15. November stellte sich eine Seitwärtsbewegung ein, der Dow Jones stand bei ca. 180 Punkten. Einige glaubten nun, der Tiefpunkt sei erreicht und kauften wieder mit hohem Risiko die vermeintlich billigen Aktien. Aber die Kurse fielen weiter, erst im Sommer 1932 war der Boden bei 41 Punkten erreicht – der gleiche Wert wie am 26. Mai 1896, der Erstpublizierung des Dow-Jones-Indexes.

Viele Anleger und Firmen blieben hochverschuldet zurück. Einige Firmen mussten sogar einen Bankrott anmelden. Die Auswirkung dieser Verschuldung waren Massenentlassungen. In der ganzen USA machte Arbeitslosigkeit die Runde.

Durch den Crash in den USA brachen ebenfalls die Aktienmärkte in Europa zusammen, etliche Vermögen wurden zerstört und Unternehmen mussten aufgeben. Die meisten Länder hatten noch Schulden in den USA aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, die nun ihr Geld zurückzogen. Die Weltwirtschaftskrise setzte ein. Amerika traf es mit Abstand am härtesten, gemessen am Bruttosozialprodukt, welches in dieser Zeit um 28 % einbrach.

Auch in Deutschland machte sich der Crash bemerkbar. Das zu der Zeit noch hochverschuldete Land, das durch den Versailles Vertrag bereits stark belastet wurde, wurde am 2. stärksten getroffen. Die deutsche Regierung setze daraufhin auf eine harte Sparpolitik, die Arbeitslosigkeit wuchs bis 1933 auf über 30 %, mehr als die Vereinigten Staaten in der Krise hinzunehmen hatten.
Mitunter durch die hohe Arbeitslosigkeit erlangten extremistische Parteien Wahlerfolge. Die Weltwirtschaftskrise galt erst im Jahr 1933 als überwunden, als Adolf Hitler bereits an der Macht war.

Aus der Erfahrung des Schwarzen Donnerstags erließen alle Börsen später Regeln, die bei extremem Kursverfall den Handel zeitweise aussetzen, um somit die entstehende Panik zu bändigen. Hinzu kamen weitere Restriktionen, zum Beispiel zur Kreditfinanzierung von Aktiengeschäften. Nachfolgende Börsencrashs waren daher weniger dramatisch als der Schwarze Donnerstag.

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